Schüler.Bilden.Zukunft in Nürnberg-Fürth

LErN:Förderung

Im Projekt LErN:Förderung unterstützen Lehramtsstudierende aller Schularten die Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern an Grund- und Mittelschulen im Raum Nürnberg und Fürth.

In Kleingruppen von drei bis sechs Schülern findet einmal pro Woche (60 oder 90 Minuten) in den Fächern Deutsch, Mathe oder Englisch Förderunterricht direkt an den Kooperationsschulen statt.

Der enge Austausch mit den verantwortlichen Lehrkräften stellt sicher, dass die Schüler bestmöglich in Ihren Lernfortschritten unterstützt werden und Ihre individuellen Kompetenzen entdecken können.

Die Studierenden erhalten in diesem geschützten und gut begleiteten Rahmen die Möglichkeit verschiedene Lehr- und Lernformen zu erproben und ihr Methoden- und Fachwissen, ab einem frühen Zeitpunkt des Studiums, anzuwenden.

Der Gewinn, der für beide Akteure des Projektes skizziert wurde, ist in der Praxis zum einen für die guten Evaluationsergebnisse verantwortlich und auch für die stetig gewachsene Anzahl der Kurse und der Schülerzahlen. Im vergangenen Schuljahr konnten somit knapp 270 Kinder in 56 Kursen von 39 Studierenden gefördert werden.

Evaluation: Interviews mit Studierenden

Im Rahmen einer Evaluation des Projekts wurden Interviews mit Studierenden geführt, die sich im Projekt engagieren. Die Befragten sind Studierende des Lehramts Mittelschule sowie Grundschule, sind zwischen 20 und 32 Jahren alt und befinden sich in ganz unterschiedlichen Phasen des Studiums, also teilweise noch am Anfang oder sogar schon kurz vor dem Referendariat.

Besonders erfreulich ist, dass alle Studierenden das Projekt anderen Studierenden weiterempfehlen würden. Dies begründeten sie damit, dass sie vor allem den regelmäßigen Praxisbezug parallel zu den Veranstaltungen an der Universität schätzen, sowie mit der Möglichkeit in einer berufsrelevanten Umgebung zu arbeiten und dabei Geld zu verdienen. Außerdem wurden sie durch die Arbeit im Projekt dazu angeregt ihre eigene Berufswahl zu hinterfragen, die sich im Falle der interviewten Studierenden auch bestätigt hat.

Die folgenden Aussagen aus diesen Interviews geben einen beispielhaften Einblick in die vielfältigen Arbeitsweisen und Erfahrungen, die sie im Projekt sammeln konnten:

  • Ich habe viel gelernt, unter anderem dass gemeinsame Rituale Sicherheit geben und den Kindern total gefallen! Zum Beispiel haben wir uns jede Woche auf eine andere Art begrüßt, in einer anderen Sprache oder mit einer Begrüßung aus einem anderen Kulturraum.
  • Im letzten Praktikum habe ich gemerkt, dass ich meinen Unterricht durch die Erfahrungen in der LErN:Förderung viel ruhiger halten kann. Ich habe bereits ein paar Routinen, kann besser einschätzen, wie lange die Kinder für etwas brauchen und auf Störungen besser reagieren.
  • Es sind wirklich viele sozial benachteiligte Kinder dabei und ich konnte sie sinnvoll unterstützen. Einer Schülerin habe ich zum Beispiel geholfen, eine Bewerbung für ein Praktikum zu schreiben, das sie dann tatsächlich bekommen hat!
  • Ich habe mich getraut, Methoden auszuprobieren: Sitzkreis, Stationenarbeit, Lerntheke, und so weiter. Es hat auch viel Spaß gemacht, sich Lernspiele zu überlegen und sie mit den Kindern auszuprobieren.
  • Ich fand es eine super Gelegenheit, sich selber testen zu können: Wie komme ich bei den Kindern an, wie nehmen sie das auf, was ich mache?

Projektentwicklung von der Pilotphase 2014 bis 2016/17

Anzahl Kurse und Studierende

Teilnehmende Kinder


Musikprojekt

Der Erfolg des Modells „Studierende helfen Schülern“ nahm die Dr. Ursula Schmid-Kayser Stiftung zum Anlass, dieses auf die Beschäftigung mit Musik zu übertragen. Studierende der Hochschule für Musik in Nürnberg (Fachgruppe elementare Musikpädagogik) hielten erfolgreich Workshops mit vier Klassen von Fürther Mittelschulen ab. In einer Klasse waren ausschließlich Kinder und Jugendliche, die erst vor kurzem nach Deutschland gekommen und der deutschen Sprache kaum mächtig waren. Auch hier funktionierte die Verständigung über die Musik überraschend gut.

Hier einige Aussagen der Projektteilnehmer:

Studierende

“Ich fand den Workshop einfach super, es hat mir große Freude gemacht, mit den Jugendlichen zu arbeiten und sie haben auch super mitgemacht!”
“Auch auf Seiten der Studierenden ist die Weiterführung des Projektes wünschenswert. In einem bereits vororganisierten Rahmen mit Rückendeckung zu unterrichten und Ideen auszuprobieren, ist eine tolle Chance, sich eine uns eher fremde Zielgruppe zu erschließen.”
“Wir fanden es eine super Möglichkeit und Chance für uns, einmal ohne Dozent eine Gruppe anzuleiten. Eine wichtige Erfahrung, die wir unter den ‘normalen Hochschulbedingungen’ bisher nicht machen konnten. Auch, um sich darüber klar zu werden, was man schon kann und woran man noch arbeiten muss. Wenn das wieder angeboten wird, wären wir gerne wieder dabei.”

SchülerInnen

”Ich fand schön, daß wir vieles auch selber ausprobieren konnten, … auch mitsingen … und selber einen Text ausdenken.”
“Es war sehr cool, daß wir einen eigenen Song gemacht haben … so was könnte man von mir aus öfter machen.”
“Also, wenn Ihr mich fragt: Daumen hoch!“

Begleitende Lehrkräfte

“Auf dem Rückweg in der Straßenbahn kam die Frage: `Wann kommen wir wieder?´ Ich denke das sagt alles!“
“Es war zwar sehr anstrengend, doch auch extrem kurzweilig und vielseitig. Insbesondere in den Mitklatsch- und Hörübungen wurden die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Kinder direkt angesprochen. Während der vergangenen Woche konnte ich ab und zu den gelernten Rhythmus – auf einem Stuhlrücken getrommelt – wahrnehmen. Und noch öfter den Break.“


 Streitschlichterseminar der Otto-Seeling Mittelschule 2016

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„Schlichten statt wegschauen“ unter diesem Motto findet alljährlich die Ausbildung neuer Streitschlichter an der Otto-Seeling-Schule in Fürth statt. Im Rahmen dieser Ausbildung lernen die Schüler ihre sozialen Kompetenzen besser kennen und lernen diese zielgerichtet und mit der notwendigen Theorie versehen,  zur Schlichtung in Streitfällen einzusetzen.